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Kundus-Luftangriff: Deutsche Regierung kündigt Entschädigung an

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Kundus-Luftangriff: Deutsche Regierung kündigt Entschädigung an

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Der von einem deutschen Oberst befohlene Luftangriff in Afghanistan wird für die Regierung in Berlin teuer. Die Angehörigen der zivilen Opfer sollen voraussichtlich entschädigt werden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit.

Bei dem Angriff vor drei Monaten waren rund 140 Menschen getötet worden, mehr als 20 Zivilisten sind noch heute verschollen. Die gerade erst angetretene schwarz-gelbe Regierung von Kanzlerin Angela Merkel geriet in schwere Bedrängnis: Verteidigungsminister Franz Josef Jung musste seinen Rücktritt erklären. Sein Nachfolger, Karl-Theodor zu Guttenberg, will nun mit dem Anwalt der Hinterbliebenen über die Umsetzung der Entschädigungszahlungen verhandeln. Der Anwalt hatte mit einer Klage gedroht. Aus dem Ministerium hieß es, man wolle einen jahrzehntelangen Rechtsstreit vermeiden. Der Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch ist in Deutschland höchst unpopulär. Fast 60 Prozent der Deutschen befürworten einen raschen Rückzug der Soldaten aus Afghanistan.