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Trauer und Wut nach Anschlagsserie in Bagdad


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Trauer und Wut nach Anschlagsserie in Bagdad

Die irakische Hauptstadt erlebte einen blutigen Dienstag: Rund 130 Menschen starben, als an verschiedenen Orten in Bagdad kurz hintereinander mehrere Bomben explodierten, mehr als 450 wurden verletzt. Damit war dies die blutigste Anschlagsserie seit mehr als einem Monat.

Insgesamt hatten die Attentäter fünf Bomben gezündet. Ein Sprengsatz detonierte in der Nähe des Innenministeriums, ein anderer nahe dem Arbeitsministerium. Eine weitere Bombe explodierte vor einem Gerichtsgebäude, in dessen Umgebung sich nicht nur ein Kunstinstitut befindet, sondern auch das Kinderkulturhaus von Bagdad. Hier hielten sich sich zum Zeitpunkt des Attentats rund 40 Kinder auf, die zum ersten Puppentheater-Festival in Bagdad gekommen waren. Die Wut der irakischen Politiker richtet sich diesmal nicht nur gegen die Attentäter. Auch Polizei und Geheimdienst werden mitverantwortlich gemacht – denn sie sollen für Sicherheit sorgen, seit sich die US-Soldaten auf ihre Stützpunkte zurückgezogen haben. Die irakischen Sicherheitskräfte seien unfähig und korrupt, hieß es aus dem Kabinett. Die Opposition wiederum beklagte die Untätigkeit der Regierung und läutete damit inoffiziell den Wahlkampf ein. Und der könnte lang werden: Denn wie irakische Agenturen meldeten, finden die Parlamentswahlen nicht wie geplant am 18. Januar, sondern erst am 6. März statt. Streitigkeiten um die Mandatsverteilung und die Stimmen der Auslandsiraker hatte die Wahlvorbereitungen verzögert.

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