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Eternit-Prozess eröffnet

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Eternit-Prozess eröffnet

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In Turin hat am Donnerstag der Strafprozess gegen zwei ehemalige Top-Manager der Eternit-Werke in Italien begonnen. Angeklagt sind der Schweizer Milliardär und ehemalige Eternit-Chef Stephan Schmidheiny und der belgische Manager Baron Jean-Louis de Cartier. Ihnen wird vorgeworfen für den Tod von mehr als 2000 Menschen verantwortlich zu sein.

Dem Prozess ging ein jahrelanges juristisches Tauziehen voraus. Einige Opfer kämpften
seit mehr als 20 Jahren für ein Gerichtsverfahren: “Wir haben gewartet, abgestimmt, mit unseren lieben Verstorbenen gelitten und mit den Kranken, die noch immer leiden. Aber heute sind wir hier und hoffen auf Gerechtigkeit!”, meint eine Angehörige.

In der Umgebung der italienischen Eternit-Fabriken im Piemont starben mehr als 2000 Menschen, viele weitere wurden schwer krank. Den Angeklagten soll die Gefährlichkeit von Asbest bekannt gewesen sein. Sie seien für mangelnde Sicherheitsvorkehrungen verantwortlich, wirft ihnen die Anklage vor. Schmidheiny und Baron de Cartier drohen Haftstrafen zwischen drei und zwölf Jahren sowie hunderte Millionen Euro Entschädigungszahlungen. Sie waren bei der Verhandlung nicht anwesend.