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Prozess-Auftakt gegen "Todesengel"

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Prozess-Auftakt gegen "Todesengel"

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In Argentinien soll an diesem Freitag der Prozess gegen den als “Todesengel” bekannten ehemaligen Offizier Alfredo Astiz beginnen. Das Verfahren wurde bereits zweimal verschoben, Astiz war 2004 wegen eines Lebertumors operiert worden. Auch jetzt wurde er wieder zu einer “Routineuntersuchung” ins Krankenhaus gebracht. In Justizkreisen hieß es jedoch, der Prozess werde plangemäß beginnen. Luis Alem, Menschenrechtsbeauftragter der argentinischen Regierung, sagte, das sei der Beginn der Aufarbeitung zahlreicher Verbrechen, die seinerzeit begangen worden seien. Aber nur einem Teil der Verantwortlichen werde der Prozess gemacht. Man hoffe allerdings, dass sie und ihre Überzeugungen verurteilt würden, dass sie lebenslänglich erhielten und ins Gefängnis müssten. Mit Astiz sind 18 weitere ehemalige Militärs angeklagt. Sie sollen während der Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 in der Marineingeieursschule in Buenos Aires tätig gewesen sein, einem der Folterzentren der Junta.

Der heute 58-jährige Astiz wurde 1990 von einem französischen Gericht in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt, 2007 auch von einem italienischen. Noch heute demonstrieren die sogenannten “Mütter des Platzes der Mairevolution” regelmäßig in der argentinischen Hauptstadt. Insgesamt sollen während der Militärdiktatur 30.000 Menschen gefoltert, ermordet oder spurlos verschwunden sein.