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Türkische Kurden entsetzt über DTP-Verbot

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Türkische Kurden entsetzt über DTP-Verbot

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Das Verbot der Kurdenpartei DTP hat in der Türkei für heftige Reaktionen gesorgt – nicht nur bei Parteichef Achim Turk. Dieser sagte in einer ersten Reaktion, das Kurdenproblem werde durch die Vorgangsweise des Gerichts nicht gelöst.

In den kurdischen Landesteilen, wie etwa in Diyarbakir, war die Entscheidung mit Spannung erwartet worden. Das Gericht begründete das Verbot damit, dass die DTP Terrorismus unterstütze und politische Gewalt befürworte. Der Gerichtspräsident kündigte an, die Partei werde aufgelöst, sobald das Verbot im Amtsblatt veröffentlicht worden sei. “Wir sind entsetzt”, meint ein Kurde. “Eine Partei, die mit unseren Stimmen ins Parlament gekommen ist, darf nicht verboten werden. Das ist ein Anschlag auf die Demokratie.” Erwartet wird nun eine Zunahme der Spannungen. Schon im Vorfeld der Entscheidung war es in den Kurdengebieten vielerorts zu Protestkundgebungen gekommen – und in den nächsten Tagen und Wochen könnten die Ausschreitungen heftiger werden. Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung in der Türkei sind Kurden, insgesamt rund 15 Millionen Menschen.