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Vor 40 Jahren: In Italien beginnt die "bleierne Zeit"

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Vor 40 Jahren: In Italien beginnt die "bleierne Zeit"

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Es war der Beginn der “bleiernen Zeit”. Am 12. Dezember 1969 explodierte in der Landwirtschaftsbank an der Piazza Fontana im italienischen Mailand eine Bombe – 16 Menschen wurden getötet, mehr als 80 verletzt. Nahezu zeitgleich detonierte in einer Bank in Rom ein Sprengsatz, zwölf Menschen wurden dort verletzt. Roberto Prina, einer der Überlebenden des Mailänder Anschlags, sagt, er habe Todesangst gehabt, nicht laufen können. Überall hätten Glassplitter gelegen, Blut, Körperteile. Inmitten dieses Massakers sei er herumgeirrt. Italien in den sechziger Jahren, die größte Kommunistische Partei des Westens, wachsende Wählerzahlen. Rasch wurde die Linke für den Mailänder Anschlag verantwortlich gemacht, Beweise gab es nie. Bis heute hallt die Mailänder Bombe nach. In den siebziger Jahren wurden in Italien mehr als 12.700 Anschläge verübt, mehr als 340 Menschen getötet, fast 5400 verletzt. Rechtsterroristen hätten damals im Abwehrkampf gegen die Kommunisten die Bombe gelegt, so eine Theorie, und zusammen mit der CIA versucht, die Italiener durch Bombenterror davon abzuhalten, weiterhin die KPI zu wählen.