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Inoffizielles Unabhängigkeits-Referendum in Katalonien

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Inoffizielles Unabhängigkeits-Referendum in Katalonien

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In einer inoffiziellen Volksabstimmung haben Hunderttausende Einwohner von Katalonien über eine Unabhängigkeit von Spaniens abgestimmt. Etwa 700.000 Menschen konnten ihre Stimme abgeben, etwa zehn Prozent der Bevölkerung Kataloniens. Das Referendum wurde in gut 160 Städten und Gemeinden veranstaltet, ausgenommen war unter anderem die katalanische Hauptstadt Barcelona. Die Regierung in Madrid erkennt den Ausgang der Abstimmung nicht an. Nach der spanischen Verfassung kann nur der Zentralstaat Referenden abhalten. Katalonien ist die wirtschaftlich stärkste Region Spaniens. Der für die Zusammenarbeit der Regionen zuständige Minister Manuel Chaves erklärte, die Abstimmung sei wertlos, man könne das nicht als Volksabstimmung ansehen, es handele sich um politische Propaganda. Vor mehr als drei Jahren billigten die Katalanen in einem offiziellen Referendum das Autonomiestatut, nachdem bereits die Parlamente in Barcelona und Madrid zugestimmt hatten, doch das spanische Verfassungsgericht hat noch immer nicht entschieden, ob das Statut verfassungsgemäß ist. Wichtige Streitpunkte sind die Definition Kataloniens als Nation, der Aufbau eines eigenen katalanischen Justizsystems und die Stärkung der katalanischen Sprache. Im November warnten die zwölf wichtigsten Zeitungen Katoloniens in einem gemeinsamen Leitartikel das Verfassungsgericht vor Abstrichen an dem Gesetzestext.