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Umstrittene Präsidentenwahl in Abchasien

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Umstrittene Präsidentenwahl in Abchasien

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In der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien ist Sergej Bagapsch im Präsidentenamt bestätigt worden. Bei der von Georgien als “politische Farce” bezeichneten Wahl erhielt er nach amtlichen Angaben rund 60 Prozent der Stimmen. Sein wichtigster Gegner sprach von Wahlfälschung. Bagapsch ist seit 2005 im Amt. Er erklärte nach seiner Bestätigung, die völkerrechtliche Anerkennung Abchasiens sei gewiss kein einfacher Schritt. Das Land habe großen Respekt vor der Europäischen Union und den USA, doch ob es den beiden nun gefalle oder nicht, die Abchasen hätten selber entschieden, wie sie leben wollten. Die EU-Staaten und die USA haben weder Abchasien noch Süd-Ossetien als unabhängige Staaten anerkannt; beide Gebiete hatten sich von Georgien losgesagt – unter dem Schutz Russlands. Als Tiflis im vergangenen Jahr versuchte, die Gebiete mit Gewalt in den Staatsverband zurückzuholen, schickte Moskau Truppen. Nach dem kurzen Krieg proklamierten die Regierungen beider Regionen die staatliche Unabhängigkeit. Die Führung in Tiflis erklärte zur Wahl in Abchasien, sie sei auch deshalb illegitim, weil achtzig Prozent der Bevölkerung aus dem Gebiet vertrieben worden sei.