Eilmeldung

Eilmeldung

Ehemaliger Mitarbeiter erklärt Datenklau bei HSBC

Sie lesen gerade:

Ehemaliger Mitarbeiter erklärt Datenklau bei HSBC

Schriftgrösse Aa Aa

In der Affäre um Datendiebstahl bei der HSBC Private Bank im schweizerischen Genf hat sich der Täter, ein ehemaliger Mitarbeiter, überraschend im französischen Fernsehen gezeigt – unter voller Nennung seines Namens. Hérvé Falciani war bei der Bank in Genf als Informatiker beschäftigt. Nein, er habe kein Geld erhalten, er habe keine Listen weitergegeben, er habe auch keine Angst und verstecke sich nicht. Er habe illegale Vorgänge entdeckt und HSBC-Manager darauf angesprochen. Diese hätten nicht reagiert, daraufhin habe er Dateien kopiert.

Wenn man entdecke, dass Strukturen der Steuerhinterziehung dienten und begreife, dass es allein darum gehe, was solle man dann tun? Entweder man stecke den Kopf in den Sand, oder man versuche, zu verstehen, sagte Falciani. Vor einem Jahr wurde er in Genf festgenommen und gleich wieder freigelassen. Daraufhin begab er sich mit seiner Familie ins französische Nizza. Wie die dortige Staatsanwaltschaft nun mitteilte, half der Informatiker französischen Steuerfahndern bei der Entschlüsselung der Daten: Die Behörde verfüge inzwischen über 130 000 Namen von Kunden der Bank, darunter seien 3000 Franzosen.

Frankreich will mit den Daten Steuersünder zur Selbstanzeige bewegen. Wer sich bis Ende des Jahres meldet, kommt straffrei mit einer Nachzahlung davon.

WEB Ermittler sagten unter Anspielung auf die Mafia, einige Kunden könnten gefährlich sein; der Informatiker setze sein Leben aufs Spiel. Falciani steht dem Vernehmen nach unter Polizeischutz.

Die Schweiz ist wegen der Nutzung der illegal erlangten Informationen verärgert.