Eilmeldung

Eilmeldung

Europas Beamte streiken für Gehaltserhöhung

Sie lesen gerade:

Europas Beamte streiken für Gehaltserhöhung

Schriftgrösse Aa Aa

Drei Stunden legten die Beamten im EU-Ministerrat ihre Arbeit nieder. Die Gehaltserhöhung, die ihnen in diesem Jahr gesetzlich zustünde, wird von vielen Mitgliedsstaaten abgelehnt: In Krisenzeiten könne man sie nicht gegenüber der Öffentlichkeit rechtfertigen.

Die Beamtenbezüge berechnen sich auf Basis der Entwicklung in acht Mitgliedsstaaten im Vorjahr, darunter auch Deutschland.

“Vergangenes Jahr gab es Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Großbritannien. Diese Erhöhungen überschritten die Inflation, es war also eine echte Steigerung der Kaufkraft, die wir dieses Jahr nachholen. Denn letztes Jahr hatten wir sie nicht. Die anderen hatten ihre letztes Jahr”, schimpft Gewerkschafter Felix Gérardon.

Kommissionschef Barroso hat er hinter sich: Dieser hatte schon beim EU-Gipfeltreffen vergangene Woche die Forderung nach 3,7 Prozent mehr Geld unterstützt und auf geltendes Recht verwiesen. Großbritanniens Premierminister Brown hingegen hatte im selben Moment den Beamten vorgehalten, man müsse derzeit doch vernünftig sein. Bis zu 17.500 Euro verdienen sie – brutto.

“Klar werden wir besser bezahlt, aber das war immer so bei Leuten, die aus verschiedenen Ländern kommen, und das ist sehr wichtig”, rechtfertigt ein Beamter die hohen Bezüge.

Da die Bezüge anhand des Vorjahres berechnet werden, wird sich laut Betriebsrat des Ministerrates die Krise im nächsten Jahr auf die Gehälter der EU-Beamten niederschlagen. Österreichs Kanzler Faymann regte an, schlicht die alte Regel zu überdenken.