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Anschlag in Diplomatenviertel von Kabul

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Anschlag in Diplomatenviertel von Kabul

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Bei einem Sprengstoffanschlag im Diplomatenviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens acht Menschen getötet worden. Dies teilte das Innenministerium des Landes mit. Dutzende Menschen wurden verletzt, darunter mehrere Kinder.

Zu der schweren Detonation kam es in der Nähe eines von vielen Ausländern genutzten Hotels. In dem Stadtteil Wazir Akbar Khan liegen neben Regierungseinrichtungen die Hauptquartiere der Vereinten Nationen und der Internationalen Schutztruppe ISAF sowie etliche Botschaften.

Zum Tathergang gab es zunächst unterschiedliche Angaben: Ein Polizist sagte, ein mit Sprengstoff gefülltes Auto sei explodiert; ein anderer sprach von einem Selbstmordattentäter.

Nach dem Anschlag von Kabul standen sofort die Taliban im Verdacht, doch die radikalislamischen Rebellen wiesen die Verantwortung für die Bluttat zurück.

Präsident Hamid Karsai sagte, in der Nähe des Anschlagsortes befinde sich auch die Residenz des früheren ersten Vizepräsidenten Massoud, der unverletzt geblieben sei. Karsai äußerte sich auf einer Anti-Korruptions-Konferenz in Kabul. Der Präsident steht unter wachsendem internationalen Druck, die weitverbreitete Korruption in Afghanistan zu bekämpfen.

In dieser Woche sollen zusätzliche US-Truppen in Afghanistan eintreffen sollen. Vor rund zwei Wochen hatte Präsident Barack Obama der Entsendung von weiteren 30 000 Soldaten zugestimmt.