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Berlusconi bleibt im Krankenhaus

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Ein “Klima des Hasses” machen viele italienische Zeitungen für den brutalen Angriff auf Ministerpräsident Silvio Berlusconi verantwortlich. Selbst “La Repubblica”, sonst Speerspitze im Kampf gegen Berlusconi, schrieb, dass die Ladung der Gewalt, die aus den Bildern spreche, alle Italiener erreiche. Doch es gibt auch andere Stimmen: Im Internet wurde der seelisch labile Täter von Mailand zum “Mann des Jahres” erkoren, 20.000 Fans soll er bereits haben. Die Opposition äußerte sich zwar solidarisch, doch Berlusconi selbst habe ein Klima des Hasses geschaffen, heisst es in ihren Reihen.

Staatspräsident Giorgio Napolitano rief zu Ruhe auf. Die Wahrheit sei, dass, wenn man gemeinsam Verantwortung übernehmen wolle, man zu einer normalen und zivilen Konfrontation zwischen den politischen Lagern und Institutionen zurückkehren müsse. Man dürfe nicht die Spannungen zwischen denjenigen anheizen, die Angriffe suchten und denen, die eine Verschwörung dahinter vermuteten, anstatt anzuerkennen, dass es politische und soziale Unstimmigkeiten gebe.

Berlusconi muss indes länger als vorgesehen im Krankenhaus bleiben. Sein Zustand sei schlechter als zunächst beurteilt, und er müsse noch stationär behandelt werden, so die Ärzte. Ein 42-jähriger Mann hatte Berlusconi am Sonntagabend nach einer Wahlkampfveranstaltung eine Souvenir-Miniatur des Mailänder Doms ins Gesicht geschleudert. Als Tatmotiv nannte er eine Aversion gegen Berlusconis Partei und besonders gegen Berlusconi selbst.

Der 73-jährige Berlusconi erlitt einen Bruch der Nasenscheidewand und Schäden an zwei Schneidezähnen.