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Westsahara - ein fast vergessener Konflikt

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Westsahara - ein fast vergessener Konflikt

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Ihre Anhänger nennen sie “ die Gandhi der Westsahara”. Die 43jährige Aminatou Haidar will durch Hungerstreik ihre Rückkehr in den von Marokko besetzten Teil der Westsahara erzwingen.
Seit einem Monat sitzt sie auf der spanischen Insel Lanzarote fest, weil sie sich weigert, für die Heimreise “marokkanisch” als ihre Staatsangehörigkeit ins Formular einzutragen.
“Ich will heim – lebend oder tot”, sagt sie Reporter.

Demonstranten in Madrid unterstützen die Frau, die in New York mit dem “Preis für Zivilcouriage” ausgezeichnet wurde. Sie kämpft für die Unabhängigkeit jenes Gebietes, dessen Befreiungsorganisation POLISARIO 1976 die “Demokratische Arabische Republik Sahara” ausgerufen hatte. Die rote Linie auf der Karte stellt die von Marokko errrichtete Mauer dar. Marokko kontrolliert den westlichen – die POLISARIO den östlichen Teil von Westsahara.

Der Konflikt ist ein Erbe aus Kolonialzeiten.
Dies sind Bilder vom sogenannten “grünen Marsch”, zu dem 1975 der damalige marokkanische König Hassan II. Tausende Marokkaner mobilisierte, um Gebiet “friedlich” in Besitz zu nehmen.

Die ehemalige Kolonialmacht Spanien hätte eine Aufteilung zwischen Mauretanien und Marokko bevorzugt.
Aber dann flatterte die Fahne der POLISARIO am Mast, die Bewohner selbst wollten Unabhängigkeit.
Sie beriefen sich auf ein Gutachten des “Internationalen Gerichtshofes” der Vereinten Nationen, der das Selbstbestimmungsrecht eines Volkes höher bewertete als historische Bindungen an Nachbarländer.

Die POLISARIO kämpfte schon gegen die spanischen Kolonialherren, dann gegen mauretanische und marokkanische Truppen.
1979 verzichtete Mauretanien auf alle Ansprüche – woraufhin Marokko auch den südlichen Teil der Westsahara annektierte und Mauern baute.

1991 wurde zwischen Marokko und der POLISARIO ein Waffenstillstand unterzeichnet.
Zu dem von den Vereinten Nationen angestrebten Referendum kam es aber immer noch nicht, weil sich Marokko und die POLIRARIO nicht darüber einigen können, wer abstimmungsberechtigt ist.
So schwelt der Konflikt weiter.