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Müht sich die EU in Kopenhagen vergeblich?


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Müht sich die EU in Kopenhagen vergeblich?

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Die Europäische Union bemüht sich in Kopenhagen, als Vorreiter beim Kampf gegen den Klimawandel aufzutreten. Bei ihrem jüngsten Gipfel bot sie den armen Ländern für die Zeit bis 2012 2,4 Milliarden Euro an, um deren eigene Maßnahmen zu ermöglichen. So versuchen denn auf der Welt-Klimakonferenz Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Dänemark und Schweden dem Einfluß der USA und vor allem von China entgegenzuwirken.

Einen Vorgeschmack auf diese Strategie der Europäer gegen das, was von China als künftigem Sprecher der “Gruppe der 77” zu erwarten ist, gab der französische Präsident Sarkozy im November im Gespräch mit seinem brasilianischen Kollegen Lula da Silva. Da war von der brasilianischen Absicht die Rede, bis 2050 die CO-2-Emissionen auf die Hälfte des Niveaus von 1990 zu senken.

In Kopenhagen hat die Europäische Union erklärt, ihre ursprüngliche Absicht, ihren eigenen Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent im Verhältnis zu 1990 zu senken überbieten zu wollen.
Sie sei nunmehr bereit, um 30 Prozent zu reduzieren, wenn die anderen Industriestaaten mitziehen.
Dieser Aufruf richtet sich in erster Linie an die USA, deren Vertreter Todd Stern sich mit Zusagen bisher zurückhielt. Washington bietet nicht mehr als
eine Reduzierung um 17 Prozent bis 2020 – aber bezogen auf die Werte von 2005.
Bezogen auf jene von 1990 – wie es die EU tut – wären das ganze 4 Prozent!

Noch größere Probleme bereitet da die chinesische Position, denn in Peking ist man nicht bereit, der Umwelt zuliebe Abstriche vom eigenen Wirtschaftswachstum zu machen.
Das magere Angebot lautet: bis 2020 Senkung auf 40 bis 45 Prozent der Werte von 2005.
Während Europa mit seiner geringeren Bevölkerungszahl nur 13 Prozent zum weltweiten CO-2-Ausstoß beiträgt, erbringen China und die USA zusammen 50 Prozent.
So versuchen denn die Europäer, in Afrika Verbündete zu finden, um auf China und die USA mehr Druck ausüben zu können.

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