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Reformer und Kritiker: Jegor Gaidar ist tot

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Reformer und Kritiker: Jegor Gaidar ist tot

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Der russische Wirtschaftsexperte und Reformpolitiker Jegor Gaidar ist tot. Er starb im Alter von 53 Jahren an seinem Schreibtisch, offenbar an einem Blutgerinnsel im Gehirn. Vor drei Jahren war Gaidar während einer Buchvorstellung in Dublin schon einmal zusammengebrochen. Er selbst hatte einen Giftanschlag vermutet; die Ärzte fanden dafür allerdings keine Belege.

Gaidar bekleidete mehrere politische Ämter. Unter Boris Jelzin war er kommissarischer Regierungschef, danach Vize-Regierungschef und Finanzminister. Er galt als Chefideologe der Marktreformen und eigentlicher Motor beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft. 1994 wechselte er in die liberal-demokratische Opposition. Zuletzt hatte er sich immer wieder kritisch zur Politik Wladimir Putins geäußert.

In der Öffentlichkeit wurde er nicht nur bewundert. Viele Russen machten ihn für die Rubelkrise Anfang der neunziger Jahre mitverantwortlich, als Bankguthaben von Privatleuten innerhalb weniger Tage massiv an Wert verloren.