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Rote-Khmer-Führer wegen Völkermords angeklagt

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Rote-Khmer-Führer wegen Völkermords angeklagt

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In Kambodscha sind zwei weitere Anführer der berüchtigten Roten Khmer vor dem Sondertribunal angeklagt worden – und zwar erstmals wegen Völkermords. Der ehemalige Außenminister Ieng Sary, der auch “Bruder Nummer 3” genannt wurde, war 2007 zusammen mit seiner Frau festgenommen worden. Ebenfalls angeklagt wurde Chefideologe Nuon Chea, der kurze Zeit das Amt des Regierungschefs bekleidet hatte, meist aber im Hintergrund arbeitete und als besonders skrupellos und hartherzig galt.

Das Sondertribunal wurde im Jahr 2006 eingerichtet, um die Verbrechen der Roten Khmer in Kambodscha aufzuklären. Im ersten Prozess gegen den Chef eines Foltergefängnisses wird ein Urteil im Januar erwartet. Die Roten Khmer wollten eine kommunistische Agrargesellschaft aufbauen. Unter ihrer Herrschaft starben in den siebziger Jahren rund zwei Millionen Menschen. Sie verhungerten, fielen Krankheiten zum Opfer oder wurden exekutiert.