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Enttäuschung und Ernüchterung nach Klimagipfel

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Enttäuschung und Ernüchterung nach Klimagipfel

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Die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen ist vorbei – und sowohl Umweltschützer als auch Hilfsorganisationen sind vom Ergebnis bitter enttäuscht. Schon in den frühen Morgenstunden gingen Tausende Menschen auf die Straße, um ihrem Ärger Luft zu machen. “Ernüchternd” – “erbärmlich schwach” – “katastrophal” – so die Reaktionen auf das ausgehandelte Papier. Auch Greenpeace-Chef Kumi Naidoo zeigte sich bestürzt. “Was wir hier haben, ist kein gerechtes, kein bindendes und kein ambitioniertes Ergebnis”, sagte er. “Zwei Jahre lang haben wir gearbeitet, wir wollten die Politiker dazu bringen, einem Abkommen zuzustimmen, das den Klimawandel aufhält, das verhindert, dass Menschen wegen des Klimawandels sterben. Schon jetzt sind es 200 bis 300.000 Menschen pro Jahr. Aber die Politiker haben nicht mit dem Nachdruck gehandelt, den die Lage erfordert.”

Viele Menschen in Kopenhagen teilen diese Ansicht. Mit großen Hoffnungen hatten sie die Berichte über die Verhandlungen im Bella-Center verfolgt – aber nun nehmen manche kein Blatt vor den Mund. “Quatsch”, sagt ein junger Mann unverblümt. “Das ist reine Zeitverschwendung. Man verschwendet die Zeit der Menschen.” Eine Archäologin hat eine Idee: “Die Delegierten hatten nicht viele Möglichkeiten, sie mussten auf ihre Spitzenpolitiker warten. Vielleicht hätte man es besser andersherum gemacht.”

Nach und nach brachen die NGO’s ihre Zelte ab und machten sich auf den Heimweg. Ihnen bleibt nun nur die Hoffnung auf den nächsten UN-Klimagipfel Ende 2010 in Mexiko.