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Klimagipfel: Die lange Nacht von Kopenhagen

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Klimagipfel: Die lange Nacht von Kopenhagen

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Stundenlang hatten rund 30 Spitzenpolitiker, darunter US-Präsident Barack Obama, in der Nacht verhandelt, um doch noch wenigstens einen Minimaldeal zu erreichen. Vor allem China blockierte die Verhandlungen weiterhin. Tatsächlich jedoch kam am Ende eine Vereinbarung heraus, in der aber nur unverbindlich festgelegt wurde, dass der Anstieg der Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt werden solle. Hunderte Journalisten hatten die ganze Nacht auf diese Nachricht gewartet.

Frankreichs Präsident Nicholas Sarkozy zeigte sich trotz der Kritik am Abkommen erleichtert. “Es gab große Spannungen”, sagte er “und wir dachten schon, einige der wichtigsten Teilnehmer würden die Konferenz verlassen, ohne dass eine Übereinkunft erreicht würde. Aber das hätte bedeutet, dass so wichtige Länder wie China und Indien mit immerhin zweieinhalb Milliarden Menschen keinerlei Verpflichtungen und keinerlei Verbindlichkeiten beim Klimaschutz eingegangen wären.”

Große Begeisterung war nicht zu spüren bei den Staats- und Regierungschefs, als sie die Sitzung verließen. Enttäuscht reagierte auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel – sie hatte sehr viel mehr erreichen wollen. Barack Obama konnte nicht als der Retter auftreten, den man erhofft hatte – aber er versuchte, das Beste aus der Situation zu machen, als er sagte: “Das Wichtigste, was wir jetzt tun können und womit wir wenigstens begonnen haben, ist, Vertrauen zwischen den Industriestaaten und den Schwellen- und Entwicklungsländern aufzubauen.” Immerhin konnte der US-Präsident mit einem kleinen Erfolg nach Hause fliegen, hatte er doch den Weg für das Minimalabkommen geebnet.

Unzufrieden allerdings sind Umweltschützer, die sich zu einer nächtlichen Demonstration zusammenfanden. Für sie ist der Kompromiss “eine Katastrophe”, die Millionen Menschen das Leben kosten könnte.