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Serben und andere jetzt visafrei in die EU

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Serben und andere jetzt visafrei in die EU

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Ungewohnter Betrieb herrschte letzte Nacht am serbischen Grenzübergang Horgoš: Hier geht es nach Ungarn, Ungarn ist die EU, und in die EU können die Serben seit Mitternacht frei reisen, ohne ein Visum. Das gleiche gilt jetzt auch für die Menschen in Mazedonien und Montenegro.

Genauer gesagt, steht ihnen jetzt der so genannte Schengenraum offen, also der größte Teil der EU, dazu Länder wie zum Beispiel die Schweiz.

Von einem tollen Abend spricht Serbiens Außenminister Vuk Jeremic hier in Horgoš. Man sei jetzt wieder in der Lage von vor zwanzig Jahren, denn man fühle sich wieder als Teil Europas.

Als es noch den Staat Jugoslawien gab, war das visafreie Reisen schon einmal möglich – aber mit dem Zerfall Anfang der Neunziger wurden Visa für die Menschen in den Nachfolgestaaten Pflicht.

Wer nach Westen reisen wollte, brauchte von nun an Geduld: Die Schlangen waren lang, und billig waren die Visa – gerade zum Beispiel für serbische Maßstäbe – auch nicht.

“Es ist unglaublich”, sagt ein Student hier auf dem Belgrader Flughafen; “nach fast zwei Jahrzehnten endlich nicht mehr die langen Schlangen und das Warten vor der Botschaft!”

Das EU-Mitglied Slowenien sowie Kroatien waren schon von der Visapflicht befreit: Mit den drei neuen Staaten ist das nun fast dem ganzen ehemaligen Jugoslawien wieder vergönnt. Gefeiert wurde das zum Beispiel auch in Mazedoniens Hauptstadt Skopje, mit Konzerten und auch einmal ohne Sperrstunde in den Kneipen.

Pflicht bleibt ein EU-Visum nun noch für die Bosnier; das gilt auf dem Balkan außerdem noch für die Albaner und für die Einwohner des Kosovo.