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UN-Klimagipfel endet mit Nacht der Enttäuschten

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UN-Klimagipfel endet mit Nacht der Enttäuschten

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Die letzte Nacht der UN-Klima-Konferenz war die Nacht der Enttäuschten. Entschöpft diskutierten die Delegierten im Kopenhagener Konferenzplenum bis in den Morgen den sogenannten Kopenhagen-Akkord.

An Bord der Titanic mit Kurs auf den Eisberg – dieses Gefühl war Ian Fry aus Tuvalu schon die ganze Zeit nicht losgeworden. Der Inselstaat Tuvalu ragt maximal 5 Meter aus dem Südwest-Pazifik.

Fry: “Mr. President, unsere Zukunft ist nicht für Geld zu haben. Tut mir leid, Tuvalu kann dieses Dokument nicht annehmen.”

Auch Kuba, Bolivien, der Sudan und Venezuela lehnen die Minimal-übereinkunft der gut zwei Dutzend Industrie- und Schwellenländer ab.

Venezuelas Vertreterin Claudia Salerno Caldera warf dem dänischen Konferenzpräsidenten Lars Loekke Rasmussen vor, er unterstütze einen “Staatsstreich” gegen die Vereinten Nationen, da Staaten wie Venezuela und Kuba keinen Einfluss auf die Erklärung gehabt hätten.

Salerno hatte sich aus Protest in die eigene Hand geschnitten: “Herr Präsident, was denken Sie ? Dass sich ein souveräner Staat ins eigene Fleisch schneiden soll ? Diese blutende Hand hat das gleiche Recht mitzustimmen wie jeder von denen, die Sie eine repräsentative Gruppe von Staats- und Regierungschefs nennen.”

Nach zweijährigen Verhandlungen über den Klimaschutz hatten sich die “führenden Staaten” am Freitagabend lediglich auf eine nichtbindende Vereinbarung geeinigt.