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Weiter kaum Züge durch Ärmelkanaltunnel

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Weiter kaum Züge durch Ärmelkanaltunnel

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Stau am Ärmelkanal: Auch die Lastwagen auf ihren Autozügen kommen nicht mehr durch den Tunnel nach Frankreich, nur in die Gegenrichtung nach England. Wegen des Winterwetters sind in Nordfrankreich die Straßenbedingungen zu schlecht; noch dazu ist der Fährhafen von Calais geschlossen.

Zu den Störungen im Tunnel trägt auch noch das Debakel um die liegengebliebenen Eurostar-Schnellzüge bei – und das ausgerechnet im Reisehochbetrieb am Wochenende vor Weihnachten.

Die Wartenden – wie hier in Paris – sind sauer: “Sie haben die Leute im Stich gelassen”, beschimpft ein Mann einen Bahnangestellten. “Hatten Sie denn kein Telefon? Konnten Sie nicht im Zug anrufen und mal Bescheid sagen? Feige sind Sie!”

Fünf Eurostar-Züge blieben im Tunnel liegen. Der Betreiber macht dafür Temperaturunterschiede verantwortlich: zwischen dem Frost draußen in Nordfrankreich und dem wärmeren, feuchten Tunnelinneren mit bis zu 25 Grad. Offenbar war das zuviel für die Elektrik der Züge; offen ist trotzdem, warum so etwas noch nie zuvor passierte. Auch Eurostar selbst gibt zu, dass man unter solchen Bedingungen durchaus schon gefahren sei, und ist um eine Erklärung verlegen.

Über zweitausend Reisende waren stundenlang eingeschlossen, ohne Essen und mit kaum etwas zu trinken. Drei Züge wurden schließlich abgeschleppt, die beiden anderen evakuiert. Am Ziel in London waren viele erst nach zehn, fünfzehn Stunden oder noch mehr.

Man habe das Möglichste getan, um die Leute zu beruhigen und ihnen zu helfen, sagt die Eurostar-Pressesprecherin Mary Walsh; aber natürlich sei das äußerst schwierig gewesen.

Den ganzen Tag fuhren kaum Eurostars, auch am Sonntag werden nur wenige Züge rollen. Erst für Montag können Eurostar-Reisende damit rechnen, dass ihre Züge wieder normal fahren.