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Iran: Hoher Geistlicher und Kritiker tot

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Iran: Hoher Geistlicher und Kritiker tot

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Der iranische Großajatollah Hussein Ali Montaseri ist nach langer Krankheit gestorben; der Geistliche wurde 87 Jahre alt. Montaseri war einer der bekanntesten Geistlichen im Iran, vor allem aber unter ihnen der bekannteste Regierungskritiker.

Montaseri soll am Montag in Ghom beigesetzt werden, wo er seit langem lebte. Die Stadt ist für die Moslems der schiitischen Glaubensrichtung ein heiliger Ort. Anhänger Montaseris versammeln sich dort bereits; auch in anderen Städten kommen sie zum Gedenken zusammen. Viele weitere Menschen werden bis morgen in Ghom erwartet.

Einem größeren Kreis außerhalb Irans wurde der Großajatollah bekannt durch seine harsche Kritik an der iranischen Führung und an Staatspräsident Machmud Achmadinedschad, besonders nach dessen
umstrittener Wiederwahl vor einem halben Jahr.

Montaseri war aber nicht immer der zurückgezogene Mahner: Im Kampf gegen die Herrschaft des Schahs war er verbündet mit Ajatollah Ruhollah Khomeini, dem späteren Führer der so genannten islamischen Revolution. Khomeini sah Montaseri auch als seinen Nachfolger: Nach kritischen Äußerungen fiel dieser aber bei ihm in Ungnade. Mehrere Jahre verbrachte Montaseri sogar unter Hausarrest.