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Africités-Gipfel: Kommunen werden wichtiger

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Africités-Gipfel: Kommunen werden wichtiger

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Dörfer, Gemeinden und kleine Städte werden in Afrika immer wichtiger. Beim fünften Africités Summit in Marrakesch stand die Dezentralisierung deshalb im Mittelpunkt. Gerade im Kampf gegen die Wirtschaftskrise gewinnen die Kommunen an Bedeutung, denn Lokalregierungen kennen die Bedürfnisse vor Ort am besten. Jean-Pierre Elong Mbassi vom afrikanischen Lokalverband CGLUA sagte: “Wenn die Weltbank und der Internationale Währungs Fonds in die Länder kommen, kennen sie zwei Dinge: Die Finanzbehörden, weil dort die Zahlungen verwaltet werden. Und den Hafen, der wichtig für den Handel ist. Seit 20 Jahren ist das so. Wenn sich der Focus aber nur auf Dinge richtet, die die Weltbank und den IWF interessieren, dann ist es kein Wunder, dass keiner auf die Städte schaut. Es muss eine Politik geben, die auf die Kommunen ausgerichtet ist.”

Auch dieses Mal wurde der Harubuntu-Preis verliehen. Organisiert wurde der Gipfel mit belgischer Hilfe. François Milis von der Echos Communication sagte: “Wir freuen uns, dass wir die Veranstaltung aufwerten können. Es ist doch schön, wenn es Sachen gibt, die als Modelle für andere Afrikaner dienen können. Afrika sollte in Europa positiver und nicht so stereotyp gesehen werden.”

Mostafa Maataoui kommt aus Marokko. Er ist Präsident der Sidi Bouhmedi-Gemeinde. Früher gab es dort nichts, heute eine Straße, Strom und Wasser. Er sagte. “Das Trinkwasser wird für das Haus und die Brunnen gebraucht. Früher wurde das Wasser nur getrunken, heute wird es auch bei der Produktion eingesetzt. Ernährung ist also eine Antwort auf die Krise. Man muss sich noch weiterentwickeln und versuchen tatsächlich biologisch und natürlich zu produzieren. “

Serge Vyisinubusa ist ein Unternehmer. Er hat in Burundi einen Staudamm gebaut, um eine elektrische Mikro-Zentrale zu versorgen. Vyisinubusa sagte: “Die Regierung von Burundi ist auf mich aufmerksam geworden und hat eine Aktiengesellschaft mit chinesischen Ingenieuren gegründet. Man ist dabei Studien durchzuführen. Man will dort, wo es möglich ist, Quellen einrichten. Sieben mögliche Standorte sind im Gespräch. Man könnte schon im nächsten Jahr loslegen. Dort wo es technisch möglich ist, sollte man es machen. Wenn es in Afrika machbar ist, dann los. Wir haben ein Defizit in Sachen Strom und bei der Energie in Afrika. Wir haben aber viele Möglichkeiten.”

Diese Initiativen wurden auf dem Gipfel vorgestellt. Dadurch werden auch andere Kommunen darauf aufmerksam. Es ist ein neues Afrika, ein Afrika der Völker.