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Litauen muß zu Jahresende sein KKW schließen

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Litauen muß zu Jahresende sein KKW schließen

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Tausche Atomkraftwerk gegen EU-Mitgliedschaft. Auf diese Kurzformel lässt sich bringen, was zu Jahresbeginn für das kleine Litauen ansteht.

Bei den Verhandlungen mit Brüssel fèr Litauens EU-Beitritt 2004 hatten sich die damals in Vilnus Regierenden diesen Kompromiß abringen lassen. Endgültig Abschalten zum Jahresende 2009.

Ignalina, Litauens einziges Atomkraftwerk, gebaut 1983, gehört zum gleichen Typ wie das von Tschernobyl.

Und das reicht, um in Westeuropa Panik auszulösen. Als vom Reaktor Nummer 4 im April 1986 in Tschernobyl die bisher größte Katastrophe bei der zivilen Nutzung der Atomkraft ausging, funktionierte Ignalina seit drei Jahren reibungslos.

Während Tschenobyl eine Kapazität von 1000 Megawatt hatte, lag die von Ignalina bei 1500.
Nach der Katastrophe in der Ukraine wurde die Anlage in Litauen mit etwas niedrigerer Leistung gefahren – etwa 1350 Megawatt.

Ignalina lieferte zuletzt mit nur einem Reaktor immer noch 70 Prozent aller im Lande verbrauchten Elektroenergie.

Der Direktor verweist auf internationale Experten-Gutachten, wonach die Gefahr für einen Unfall à la Tschernobyl nicht größer sei als bei anderen Atomkraftwerken, sie bewege sich im Bereich von eins in einer Million Jahren .

In den vergangenen 15 Jahren sind zur Verbesserung der Sicherheit von Ignalina 231 Millionen Euro aufgewendet worden, zum großen Teil Mittel aus der EU.

Mit der Schließung von Ignalina werden tausend Menschen arbeitslos und die Strompreise in Litauen werden um 30 Prozent steigen.

Steigen wird auch die Energieabhängigkeit des NATO-Landes Litauen vom großen Nachbarn Russland.

Seit diese Bedingung für Litauens EU-Beitritt ausgehandelt wurde, sind in der Welt die Preise für Energieträger dramatisch gestiegen.

Zusammen mit seinen baltischen Nachbarn und Polen hat Litauen eine Ausschreibung für den Bau eines neuen Atomkraftwerkes gestartet.