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Serbien bewirbt sich um EU-Beitritt

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Serbien bewirbt sich um EU-Beitritt

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Serbien macht Ernst mit dem Beitritt zur Europäischen Union: Heute wird der serbische Präsident selbst den Beitrittsantrag einreichen – in Schweden, das zur Zeit den EU-Vorsitz hat.

Bis Serbien allerdings wirklich ein Mitglied der Union ist, kann es noch lange dauern: Die Annäherung geht nur langsam voran, nach Jahren der Isolation unter der Milosevic-Herrschaft.

Wie üblich müssen viele Gesetze und Vorschriften an das EU-Recht angepasst werden. Es gibt aber auch ganz spezielle und viel größere Probleme, wie das Kosovo: Die serbische Provinz hat sich vor knapp zwei Jahren abgespalten und für unabhängig erklärt, gegen Serbiens Willen. Viele EU-Mitglieder haben das anerkannt, aber nicht alle.

Auch ohne eine Verhaftung und Auslieferung von Ratko Mladić wird es mit dem EU-Beitritt nicht vorangehen: Mladić werden Kriegsverbrechen im bosnischen Bürgerkrieg vorgeworfen. Auch Goran
Hadžić, früher ein Führer der Serben in Kroatien, wird wegen solcher Vorwürfe vom Haager Kriegsverbrechertribunal gesucht.

Über eine Geste der EU konnten sich die Serben jetzt aber schon freuen: Zum Wochenende entfiel für die genannten Schengenstaaten die Visapflicht. Diese Visa waren teuer, und man musste vor den Botschaften lange Schlange stehen: Das freie Reisen ist für die Serben jetzt schon ein EU-Vorgeschmack.