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Serbien will in die Europäische Union

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Serbien will in die Europäische Union

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Serbien ist EU-Beitritts-Kandidat. Der Balkanstaat
ist das Kernland des ehemaligen Jugoslawiens und hat 7,5 Millionen Einwohner. Mit einem Beitritt wird zwischen 2014 und 2018 gerechnet. Von den Staaten Ex-Jugoslawiens ist Slowenien bereits in der EU, Kroatien und Mazedonien stehen auf der Kandidatenliste.

Serbiens Präsident Boris Tadic reichte in Stockholm den Antrag bei der schwedischen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union ein.

Tadic: “Heute ist ein historischer Tag für mein Land Serbien. Wir haben jetzt zehn Jahre Demokratie hinter uns. In diesen 10 Jahren war der EU-Beitritt unser Hauptziel. Und das war mehr als eine symbolische Übung.”

Seit Anfang Dezember gibt es ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Belgrad, Serben können seit dem Wochenende ohne Visum in den Schengen-Raum reisen.

Dazu der Rentner Zivota Kosanovic:
“Das wurde höchste Zeit, ich bin dafür. Man hat eine Menge getan, um dieses Ziel zu erreichen. Bleibt nur noch die Frage: wieviele Hindernisse liegen noch auf dem Weg ?”

Der flüchtige Ratko Mladić zählt dazu – er soll an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ausgeliefert werden. Und Serbiens Verhältnis zum Kosovo, dessen Unabhängigkeit die Mehrheit der EU-Staaten anerkennt.

Dazu kommen die Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität, Justiz- und Verwaltungsreform.

Jugoslawien zerfiel von 1991 an: Erst erklärten Kroatien und Slowenien ihre Unabhängigkeit, dann Bosnien und Herzegowina. 2006 spaltete sich Montenegro von Serbien ab,
das Kosovo ist seit 2008 unabhängig.

Serbien konnte den Zerfall auch mit Waffengewalt nicht verhindern. In vier Jugoslawienkriegen starben während der 90er Jahre mehr als 100 000 Menschen.