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Haftreduzierung im Kercher-Prozess

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Haftreduzierung im Kercher-Prozess

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Immer noch muss Rudy Guede für sechzehn Jahre hinter Gitter: Aber zuerst sollten es immerhin dreißig Jahre sein; ein Berufungsgericht hat diese Haftstrafe jetzt erheblich verringert.

Guede war einer der drei Angeklagten im Mordfall Meredith Kercher: Die britische Austauschstudentin war vor gut zwei Jahren brutal ermordet worden. Der
Fall machte weltweit Schlagzeilen.

Guedes Verfahren wurde von dem der beiden anderen abgetrennt und fand schon letztes Jahr statt. Er bleibt dabei, er sei unschuldig. Die Geschworenen im jetzigen Berufungsprozess schlossen sich dem nicht an, sahen bei ihm aber keine erschwerenden Umstände mehr; daher die verringerte Strafe.

Der Anwalt der Opferseite sieht das mit gemischten Gefühlen: Man sei zufrieden, sagt er, weil es dabei bleibe, dass Guede mit den beiden anderen am Tatort war und sie zusammen den Mord begangen hätten, bei dem auch sexuelle Gewalt im Spiel gewesen sei. Mit der drastischen Verringerung der Strafe sei man natürlich weniger zufrieden.

Erst Anfang des Monats wurden die beiden anderen Angeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt: Amanda Knox, eine Studentin aus den USA, und ihr ehemaliger Freund, der Italiener Raffaele Sollecito. Auch sie beteuern ihre Unschuld; das Urteil beruht auf Indizien wie DNS-Spuren. Ihre Verteidiger wollen in Berufung gehen.