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US-Gesundheitsreform: 75 Jahre verspätet


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US-Gesundheitsreform: 75 Jahre verspätet

Schon US-Präsident Franklin D. Roosevelt hat seinen Landsleuten die Krankenversicherung versprochen. Mit 75-jähriger Verspätung soll es jetzt unter Obama so weit sein.
 
Momentan sind nur 20 Prozent der Bevölkerung durch die Programme Medicaid und Medicare versichert. Das sind die Senioren und die Armen. 16 Prozent – also 46 Millionen Amerikaner – haben gar keine Versicherung, das heißt, sie haben zum Beispiel einen Arbeitgeber, der sie nicht automatisch auch krankenversichert, oder sie sind selbständig, haben jedenfalls nicht die finanziellen Mittel, sich privat zu versichern. 
 
Vier Prozent des Bruttoinlandsprodukts gibt die US-Regierung für die Medicaid- und Medicare-Programme aus, doch bei den steigenden Kosten im Gesundheitswesen würde diese Zahl 2050 12 Prozent betragen.
 
Für den Durchschnittsamerikaner haben sich die Kosten für eine Versicherung vervierfacht.
 
Obama will das System nicht umkrempeln, sondern ergänzen. Er will die Privatkassen stärker kontrollieren: So sollen die Versicherungen zum Beispiel nicht mehr einen Versicherten, wenn dieser krank wird, aus der Versicherung heraus drängen können. Die Reform sieht weiter vor, dass Krankenkassen künftig keine Bezahlung verweigern dürfen, weil eine Krankheit schon vor Vertragsbeginn bestand. 30 Millionen Amerikaner – heute unversichert – werden unter der Obama-Reform – versichert.
 
Kinder können bis zum Alter von 26 Jahren bei den Eltern mitversichert bleiben. Die Versicherungen sollen günstiger werden für den Kunden und insgesamt soll durch das reformierte Gesundheitssystem in zehn Jahren 130 Milliarden Dollar – umgerechnet an die 90 Milliarden Euro - gespart werden.
 
Die Republikaner kritisieren das ganze Programm als Milchmädchenrechnung. Ihnen zufolge rechtfertigen die Steuermilliarden, die die Reform kosten wird, nicht die vage Möglichkeit einer Ersparnis im Staatshaushalt in der Zukunft. 

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