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Präsidentschaftswahl in Kroatien

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Präsidentschaftswahl in Kroatien

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In Kroatien wird an diesem Sonntag ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Zehn Jahre lang führte Stjepan Mesic das Land, der jedoch nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren darf. Um das Amt des Staatschefs bewerben sich insgesamt zwölf Kandidaten. Zu jenen, die die meisten Chancen haben, zählt Ivo Josipovic von den oppositionellen Sozialdemokraten. Der 52-jährige Jurist und Musiker könnte Umfragen zufolge im ersten Wahlgang 30 Prozent der Stimmen bekommen. Josipovic setzt sich in erster Linie für die Bekämpfung der Korruption ein. Nadan Vidosevic wurde von der national-konservativen HDZ ausgeschlossen, weil er gegen den offiziellen Kandidaten der Regierungspartei antritt. Der Wirtschaftsexperte könnte etwa 15 Prozent der Stimmen bekommen. Im Spiel ist auch der Bürgermeister der Hauptstadt Zagreb, Milan Bandic.
Bandic kann mit den Stimmen der nationalistisch gesinnten Auslandskroaten, vor allem mit denen seiner Landsleute aus Bosnien-Herzegowina rechnen. “Die Kampagne kostet Millionen”, empört sich eine alte Dame, “Millionen! Wie ist das möglich? Ich bekomme nicht einmal hundert Kuna, wenn ich Geld brauche. Die Kandidaten aber bekommen Millionen und stehlen sie!” “Sie waren schon früher an der Macht und sie sind für die heutigen Zustände verantwortlich”, fègt ein Mann hinzu. Der künftige Präsident steht vor einem Berg von Problemen: Die Korrupion scheint nicht auszurotten zu sein, die Wirtschaft Kroatiens steckt in einer tiefen Krise und der Schuldenberg wird im nächsten Jahr das Bruttosozialprodukt übersteigen.