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Präsidentschaftswahlen in Kroatien

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Präsidentschaftswahlen in Kroatien

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In Kroatien treten im Rennen um das Amt des Staatschefs an diesem Sonntag zwölf Kandidaten an. Weil voraussichtlich keiner von ihnen die absolute Mehrheit erreicht, wird es am zehnten Januar zu einer Stichwahl kommen. Der Kandidat der oppositionellen Sozialdemokraten, Ivo Josipovic, könnte letzten Umfragen zufolge im ersten Wahlgang auf etwa 30 Prozent der Stimmen kommen. Sein schärfster Konkurrent ist der Bürgermeister der kroatischen Hauptstadt Zagreb, Milan Bandic. Weil er als Unabhängiger kandidiert, schlossen ihn die Sozialdemokraten aus. Bandic wird den gleichen Umfragen nach etwa siebzehn Prozent der Stimmen erhalten. Mit einem ähnlichen Stimmenanteil kann der Wirtschaftsfachmann Nadan Vidosevic rechnen. Auch Vidosevic tritt als unabhängiger Kandidat an – ihn schloss die regierende national-konservative HDZ aus. “Die Kampagne zeigt, dass die Korruption in Politik und Gesellschaft verwurzelt ist”, so der Politikexperte Davor Gjenero. “Kandidaten, die als Unabhängige antreten, haben ihre Parteien nur kurz zuvor verlassen und sind entweder in Korrutionsaffären oder in Interessenkonflikte verwickelt. Obwohl sie die Herkunft ihres Vermögens kaum erklären können, finden sie Anklang bei den Wählern. Ihre Kampagnen kosten viel Geld.” Kroatien, das der EU beitreten möchte, steckt zudem in einer tiefen Wirtschaftskrise. Der Schuldenberg beträgt 40 Milliarden Euro.