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Trauer, Traumata, Therapie: Der Gaza-Krieg hat Spuren hinterlassen

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Trauer, Traumata, Therapie: Der Gaza-Krieg hat Spuren hinterlassen

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Ein Jahr nach dem Gaza-Krieg leiden die Menschen in den betroffenen Gebieten noch immer unter den Folgen. Radikale Palästinenser hatten israelische Grenzstädte beschossen. Bei der anschließenden Militäroffensive Israels wurden mehr als 1.400 Palästinenser getötet. Die elfjährige Mona Al Sammoni verlor ihre Eltern und ein Geschwisterchen und kann ihre Trauer nur mit Hilfe einer Therapie bewältigen. “Es wurde besser, als wir hierher ins Therapiezentrum gekommen sind”, erzählt sie. “Wir haben begonnen, unsere Gefühle auszudrücken, wir haben Lieder gesungen, wir haben über den Krieg gesprochen und Bilder gemalt. So haben wir gelernt, unsere Gefühle herauszulassen.”

Auch in Israel hat der Gaza-Krieg deutliche Spuren hinterlassen. Viele Menschen in den Grenzgebieten leben noch heute in ständiger Angst vor Raketen aus dem Gazastreifen. Nach wie vor finanziert die israelische Regierung den Bau neuer Schutzbunker. Hunderte Israelis befinden sich wegen posttraumatischer Stressymptome in psychologischer Behandlung. Auch die 16-jährige Rotem Amar ist in einer Therapiegruppe. “Man denkt die ganze Zeit daran, dass man sterben könnte”, sagt sie, “und das ist schrecklich. Warum muss eine Jugendliche in meinem Alter darüber nachdenken, ob sie sterben wird? Sie sollte an das Leben denken, das vor ihr liegt, daran denken, an eine Karriere oder an eine Familie. Ich möchte so sein wie alle anderen, aber das ist schwierig für mich.”

Die Menschenrechtsorganisation “Human Rights Watch” hat sowohl Israel als auch die radikalislamische Hamas beschuldigt, Kriegsverbrecher aus den eigenen Reihen bislang nicht zur Verantwortung gezogen zu haben.