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Israel will erneut in Ostjerusalem bauen

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Israel will erneut in Ostjerusalem bauen

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Israel hat schon wieder Baupläne in Jerusalem, genauer im arabischen Ostteil der Stadt. Die Regierung teilte mit, es gebe Ausschreibungen für den Bau von fast siebenhundert Wohnungen für jüdische Siedler.

Dabei hat Israel den Siedlungsbau auf palästinensischem Land ausgesetzt: Das gilt aber nur für das Westjordanland. Das arabische Ostjerusalem sowie angrenzende Gebiete hat Israel zu seinem Land gemacht, was aber international nicht anerkannt wird.

Erst letzten Monat machte Israel den Weg frei für neunhundert Wohnungen. Sie sollen in der Ortschaft Gilo entstehen, die von Israel ebenfalls nach Jerusalem eingemeindet worden ist.

Nach Israels Ansicht kann es in Jerusalem – den
Osten inbegriffen – machen, was es will. Auch der Regierungssprecher unterscheidet zwischen Westjordanland und Jerusalem. Jerusalem, sagt Mark Regev, sei Israels Hauptstadt und bleibe es auch.

Allerdings wollen die Palästinenser in Ostjerusalem ihre eigene Hauptstadt einrichten, wenn sie denn einmal den ersehnten eigenen Staat bekommen.

Ihre Reaktion auf die neuen Bauvorhaben fällt deshalb scharf aus: Israel wolle die Palästinenser vom Verhandlungstisch vertreiben, sagt deren Bauminister Mohammed Schtajeh. Israel dürfe auf keinen Fall damit weitermachen, Jerusalem völlig unter seine Kontrolle zu bringen.

Seit über einem Jahr sind die Friedensgespräche zwischen beiden Seiten unterbrochen. Der
israelische Siedlungsbau auf Palästinenserland ist dafür der Hauptgrund. Die Palästinenser verlangen von Israel einen völligen Baustopp, und das auch in Ostjerusalem.