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Keine Ruhe in Teheran

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Keine Ruhe in Teheran

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Bis in die Nacht gingen im Iran die Proteste gegen die Machthaber weiter. Tagsüber war es gestern in der Hauptstadt Teheran zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen; laut einer Internetseite der Opposition gab es Kundgebungen und Zusammenstöße auch in anderen Städten.

Über die Zahl der Toten gibt es unterschiedliche Angaben: Von acht insgesamt spricht der iranische Auslandssender, mehr als fünfzehn alleine in Teheran nennt das staatliche Fernsehen an sich.

Zu den Opfern gehört offenbar auch ein Neffe von Mirhussein Mussawi, dem bekanntesten Anführer der Opposition. Ein Berater Mussawis bestätigte den Tod.

Die Rede ist bei dieser höheren Zahl aber auch von fünf Menschen, die durch Demonstranten getötet worden seien – oder wie es heißt, durch
“terroristische Vereinigungen”. Die anderen Toten gehörten demnach zu “konterrevolutionären Gruppierungen”, so der Wortlaut.

Diesen staatlichen Berichten zufolge hat die Polizei aber nicht auf Demonstranten geschossen; die Rede ist nur von verdächtigen Todesfällen, die jetzt untersucht würden. So sei ein Mann von einer Brücke gefallen, andere von Autos angefahren worden. Laut Opposition wurde dagegen auf Demonstranten geschossen.

Die Proteste gegen Irans Regierung sind am Wochenende wieder aufgeflammt: Sie gehen zurück auf die umstrittene Präsidentenwahl vom Sommer. Auch die Regierung gab damals Unregelmäßigkeiten zu; die Opposition sprach von Wahlbetrug.