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Kroatien: Stichwahl für Präsidentenamt

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Kroatien: Stichwahl für Präsidentenamt

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Die Präsidentenwahl in Kroatien geht in eine zweite Runde: In zwei Wochen entscheidet nun eine Stichwahl darüber, wer das neue Staatsoberhaupt wird. Die Wahlbeteiligung war im ersten Durchgang gestern äußerst niedrig: 44 Prozent.

Diese erste Runde ging deutlich an den Bewerber der oppositionellen Sozialdemokraten. Der Rechtsprofessor Ivo Josipović gewann gut 32 Prozent der Stimmen.

Sein Herausforderer in der Stichwahl wird Milan Bandić, der Bürgermeister der Hauptstadt Zagreb. Er kam auf knapp fünfzehn Prozent der Stimmen. Bandić war ebenfalls Sozialdemokrat, wurde aber von der Partei ausgeschlossen, weil er zur Wahl auf eigene Faust antrat.

Der Sieger der Stichwahl wird an der Spitze des Staates Stjepan Mesić ablösen, dessen zweite und damit letzte Amtszeit im Februar endet.

Er sei enttäuscht über die geringe Wahlbeteiligung, sagt der in In- und Ausland hoch angesehene Amtsinhaber; aber das sei zu erwarten gewesen. Der Wahlkampf habe keine Visionen für das Kroatien des 21. Jahrhunderts geboten.

Unter Mesićs Nachfolger wird Kroatien die entscheidenden letzten Schritte auf dem Weg in die EU gehen. Ziel ist ein Beitritt 2012; als Hindernis gilt aber die Korruption in dem Land. Das zweite wichtige Thema der nächsten Zeit ist die Wirtschaft: Die weltweite Krise hat auch Kroatien schwer getroffen. Die Wirtschaft schrumpft schon das ganze Jahr, und die Arbeitslosigkeit liegt inzwischen bei sechzehn Prozent.