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Brite trotz Protesten in China hingerichtet

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Brite trotz Protesten in China hingerichtet

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Alle Instanzen bis zum Obersten Gericht haben die Todesstrafe gegen ihn bestätigt, und auch die Gnadengesuche seiner Regierung halfen nichts: Jetzt wurde der 53-jährige Brite hingerichtet, der in China als Drogenschmuggler festgenommen worden war.

In den Augen seiner Angehörigen war er psychisch krank; sie wollten deshalb eine geringere Strafe für ihn erreichen. Eine Hilfsorganisation veröffentlichte als Beweis für seine Erkrankung ein Lied, das der Mann vor kurzem aufgenommen hatte: “Komm, kleines Häschen”, heißt es. Für sich hatte er sich davon Ruhm als Sänger erhofft, der Welt sollte das Lied Frieden bringen.

“Erschreckend war”, sagt Roseann Rife, eine Vertreterin von Amnesty International, “dass die Chinesen ihr eigenes Recht nicht angewendet haben. Danach wäre wegen seiner Erkrankung auch ein milderes Urteil möglich gewesen.”

China verbittet sich dagegen Kritik von außen – wie die scharfen Reaktionen aus Großbritannien – und verweist auf eine unabhängige Justiz. “Die mischen sich in diese Unabhängigkeit ein”, meint auch diese junge Frau in Peking. “Jedes Land hat seine Gesetze, das muss man respektieren. Er hat gegen chinesisches Recht verstoßen, also muss er bestraft werden.”

Der Mann war bei der Einreise nach China mit vier Kilo Heroin festgenommen worden. Nach Ansicht seiner Familie hat ihn aber eine Schmugglerbande hereingelegt; den Koffer mit dem Rauschgift habe er für sie mitgenommen, ohne den Inhalt zu kennen.