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Litauen schaltet Atomkraftwerk ab

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Litauen schaltet Atomkraftwerk ab

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Eine Stunde vor Mitternacht gehen in der wichtigsten Energiequelle Litauens die Lichter aus -für immer. Der zweite und letzte Reaktor des Atomkraftwerks Ignalina wird abgeschaltet. Litauen erfüllt damit eine Bedingung für die Aufnahme des Landes in die EU 2004 – doch die Anlage vom Bautyp Tschernobyl produziert 75 Prozent des litauischen Stroms. Der Direktor der Anlage ist nicht begeistert: “Die Wirtschaft und Energiewirtschaft Litauens sind noch nicht in der Lage ohne Atomkraftwerk auszukommen.

Wir hoffen, dass Litauen nicht ohne Strom dastehen wird. Einen Teil wird man in thermischen Kraftwerken mit russischem Gas produzieren und einen Teil wird man im Ausland zukaufen müssen.” Der erste Reaktor wurde 2004 stillgelegt. Die Regierung fügte sich den Bedingungen der EU nur widerwillig. Denn mit dem Abschalten verschärfen sich die ohnehin massiven Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise im Land: Bis zu 30 Prozent teurer soll der Strom im kommenden Jahr durch den Import teurer Energie nun werden. Tatsächlich sind wünschenswerte Alternativen noch nicht in Sicht. Ein neues Atomkraftwerk in der Nähe von Ignalina wird frühestens im Jahr 2020 ans Netz gehen können. Bis dahin bleibt guter Rat teuer.