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Bestürzung und Trauer nach Amoklauf in Espoo

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Bestürzung und Trauer nach Amoklauf in Espoo

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Nur wenige Silvesterraketen erhellten am 1. Januar den Himmel über der kleinen finnischen Stadt Espoo: Nach dem Amoklauf am letzten Tag des alten Jahres war niemandem nach Feiern zumute. Für die fünf Opfer des Todesschützen wurde eine Messe gelesen. Es war bereits der dritte Amoklauf in Finnland innerhalb von drei Jahren. Freunde und Bekannte der Toten waren erschüttert, so auch die junge Micaela Weckmann: “Der beste Freund meiner Schwester wurde getötet, und sein bester Freund, und ich fühle mich schrecklich.”

Die Stadt Espoo nahe Helsinki hat knapp 25.000 Einwohner. International bekannt ist sie, da sich hier die Zentrale des Handyherstellers Nokia befindet.

Der im Kosovo geborene Ibrahim Shkupoli hatte am Donnerstag vermutlich aus Eifersucht seine ehemalige Lebensgefährtin erschossen. Danach ging er in ein Einkaufszentrum und tötete drei Männer und eine Frau. Sie alle waren Arbeitskollegen seiner Ex-Freundin. Zeugen bezeichneten Shkupolis Vorgehen als “äußerst zielstrebig”. Unter Kunden und Angestellten brach Panik aus, sodass der Täter zunächst in seine Wohnung fliehen konnte. Hier fand die Polizei später die Leiche des 43-jährigen – er hatte sich selbst gerichtet. Shkupoli war kein unbeschriebenes Blatt: Ein Gericht hatte ihn verurteilt, weil er seine Freundin misshandelt hatte.