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Fatah - 45 Jahre Kampf und immer noch kein Staat

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Fatah - 45 Jahre Kampf und immer noch kein Staat

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Dieser 1. Januar 2010 wird von manchen Palästinensern als 45. Gründungstag der “Fatah” begangen. Dabei entstand die Palästinenserpartei vermutlich schon eher. Aber wann genau – das gilt als Geheimnis, oder umstritten – je nachdem, wen man fragt. Unumstritten ist die Figur des Gründungsvaters. Der junge Bauingenieur Jassir Arafat setzte zusammen mit drei Gefährten auf “Sieg”, so eine mögliche Übersetzung des Parteinamens. “Eroberung” wäre eine andere.

Das eine wie das andere setzte in jener Zeit bewaffneten Kampf voraus. Die Welt sollte mit Gewalt auf das Unrecht ausmerksam gemacht werden, das den Palästinensern angetan wurde.

Mit den Sechs-Tage-Krieg 1967 wurde für die Palästinenser alles noch viel schlimmer.

Israel besetzte und annektierte in der Folge weite Teile des solange zu Jordanien gehörenden Westjordanlandes einschließlich der arabischen Altstadt von Jerusalem.
Die Palästinenser antworteten auf diese Gewalt mit noch mehr Gewalt. Gesinnungsgenossen aus der links-extremen Szene Westeuropa waren dabei willkommene Helfer. So wurde dieser Krieg auch nach Europa getragen mit dem Anschlag auf die israelische Mannschaft bei den Olympischen Spielen in München 1972.

Da hatte die Fatah schon diverse Rückschläge hinnehmen müssen wie etwa die als “schwarzer September” in die Geschichte eingegangene Vertreibung aus Jordanien.
Allerdings hatte die Fatah bei dieser Gelegenheit innerhalb der Dachorgansation der Palästinenser, der PLO, die Führungsposition erobert.
Die nächste schwerwiegende Niederlage folgte 1982. Auch ím Libanon, ihrem nächsten Stützpunkt, konnte sich die Fatah nicht halten.
1993 nach monatelangen Geheimverhandlungen dann die sensationelle Kehrtwende.
Arafat unterschireb mit Israels Politikern ein Abkommen, in dem die Palästinenser das Existenzrecht des Staates Israel anerkannten.
Dafür durfte er nach Gaza zurückkehren, auf palästinensischem Boden sich zum Chef einer palästinensischen Autonomiebehörde wählen lassen.

Die Träume von eigenen Staat endeten schnell in Chaos und Kämpfen – mit dem alten Feind Israel in der II. Intifada 2000 und letztlich im Bruderkrieg mit den Radikalen von der Hamas, die 2006 im Gazastreifen die Macht übernahmen und die Fatah einfach vor die Tür setzten.
2004 starb der in Ramallah vereinsamt und machtlos ausharrende Arafat unter nie ganz geklärten Umständen.
Sein Nachfolger Mahmoud Abbas will auch nicht mehr. Zwar wurde er beim letzten Fatah-Parteitag im August wiedergewählt.
Aber das Präsidentenamt will er abgeben, vermutlich mangels Erfolgsaussichten.