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Westergaard-Angreifer bleibt in Haft

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Westergaard-Angreifer bleibt in Haft

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Mit dem Krankenwagen wurde er zum Gericht gebracht: jener Mann, der in der Nacht zum Samstag in das Haus des dänischen Zeichners Kurt Westergaard eingedrungen war. Bei seiner Festnahme war der mutmaßliche Täter angeschossen worden. Nun muss es bis mindestens Ende Januar in Haft bleiben – das hat ein dänischer Richter entschieden. Die Justiz wirft dem 28-jährigen, der Verbindungen zu islamistischen Terrorgruppen haben soll, Mordversuch vor; er selbst bestreitet, dass er Westergaard umbringen wollte, gibt aber zu, in dessen Haus gewesen zu sein.

Westergaard hatte 2005 den Propheten Mohammed mit gezündeter Bombe gezeichnet. Seither erhielt er immer wieder Morddrohungen fanatischer Muslime und lebt unter Polizeischutz. Dennoch steht er zu seinen Karikaturen. Man müsse eine der schlimmsten Bedrohungen kommentieren dürfen, sagte er einmal. Ein zum Sicherheitsraum umfunktioniertes Badezimmer rettete ihm nun wahrscheinlich das Leben. Der Täter, der mit einer Axt und einem Messer bewaffnet war, versuchte vergeblich, die Tür zu öffnen und konnte von der Polizei festgenommen werden.

Schon 2005 waren die umstrittenen Karikaturen in einer dänischen Zeitung veröffentlicht worden. Erst 2006 jedoch reagierte ein Teil der muslimischen Welt mit wütenden Protestkundgebungen. Viele Muslime empfinden jegliche Abbildung des Propheten Mohammed als Beleidigung. Mehrere dänische Botschaften wurden angegriffen; insgesamt starben mehr als 150 Menschen bei Unruhen und Anschlägen. In Beirut steckten aufgebrachte Muslime auch die Schweizer Botschaft in Brand: Sie hatten die Flaggen Dänemarks und der Schweiz verwechselt.