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Reaktion nach Attentatsversuch auf dänischen Karikaturisten

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Reaktion nach Attentatsversuch auf dänischen Karikaturisten

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Versuchter Mord lautet der Vorwurf. Ein Gericht in Kopenhagen entschied nach dem versuchten Attentat auf den dänischen Zeichner Kurt Westergaard daher: der verletzte mutmaßliche Täter bleibt in Haft. Der Mann war am Freitag Abend in das Haus des Mohammed-Karikaturisten eingedrungen. Er hatte eine Axt und ein Messer bei sich. Die Polizei konnte den 28jährigen jedoch rechtzeitig überwältigen.

“So jemand muss raus aus Dänemark, den wollen wir nicht”, sagte Pia Kjaersgaard, von der rechtsgerichteten Dänischen Volkspartei. “Hat er die dänische Staatsbürgerschaft, muss sie ihm entzogen werden. Wir wollen niemanden, der irgendetwas mit Terrorismus zu tun hat.”

Der mutmaßliche Täter stammt aus Somalia und soll Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Qaida in Ostafrika sowie der somalischen Islamistengruppe “Al Shabab” haben. Das gab der dänische Geheimdienst PET bekannt.

Bashir Farah, ein Vertreter der somalischen Gemeinde in Kopenhagen, regierte betroffen:
“Es tut uns sehr leid. Es wird auch uns schaden, dass jemand aus der somalischen Gemeinde solche Probleme verursacht. Wir hatten vorher schon ähnlich Probleme, die mit Terrorismus zu tun hatten. Wir bedauern das und sind besorgt.”
Auch die Vereinigung dänischer Muslime hatte den Gewaltakt scharf verurteilt.

Der 74jährige Westergaard lebt wegen zahlreicher Morddrohungen seit 2006 unter Polizeischutz.
Er hatte im Jahr davor eine von insgesamt zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed in der Zeitung “Jyllans-Posten” veröffentlicht. Weltweit reagierten Muslime mit schweren Ausschreitungen, bei denen insgesamt 150 Menschen ums Leben kamen.