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Wolfsjagd in Schweden

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Wolfsjagd in Schweden

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Im Märchen sind Wölfe böse und fressen Geißlein oder kleine Mädchen mit roten Kopfbedeckungen. In Schweden sind Wölfe zusätzlich ein bißchen dekadent und neigen zu genetisch bedingten Herz- und Nierenleiden. 27 Wölfe sind deshalb zum Abschuß freigegeben worden – die erste Wolfsjagd seit mehr als vier Jahrzehnten. Schwedens rund 220 Wölfe stammen alle von nur drei Vorfahren ab, die in den 1980er und 1990er Jahren aus Finnland und
Rußland eingewandert waren. Sie leiden unter Inzucht.

23 Tiere wurden bereits geschossen, im Westen Schwedens. Die Jäger finden das tapfer, Naturschützer eher nicht.

“In Schweden gibt es gar nicht zu viele Wölfe, verglichen mit anderen Ländern. Mehr als 10 Prozent des Bestands sind zum Abschuss freigegeben – und die illegalen Abschüsse kommen noch dazu.”

Das schwedische Parlament hatte im vergangenen Jahr die lizenzierte Wolfsjagd gebilligt – zum Management großer Raubtiere.

“Wer Ärger mit Wölfen hat, darf sie nun schiessen. Das ist wichtig.”

Herz- und Nierenleiden zum Trotz vermehren sich Schwedens Wölfe zügig, piesacken Viehzüchter und gehen gern auf Streifzüge bis in Stockholms Vororte.