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Streit um Zentrum für Vertreibungen geht weiter

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Streit um Zentrum für Vertreibungen geht weiter

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In Deutschland dauert der Streit um eine Gedenkstätte für die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Mittel- und Osteuropa vertriebenen Deutschen an. Das geplante Zentrum der Vertreibungen geht auf die Initiative des deutschen Bundes der Vertriebenen zurück. Dessen Präsidentin, Erika Steinbach, bot nun an, auf ihren Sitz im Rat der Vertriebenen-Stiftung zu verzichten. Stattdessen will sie die Zahl der Vertriebenen-Vertreter im Stiftungsrat erhöhen. Steinbach aber ist für einige polnische Politiker das rote Tuch. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle lehnt Steinbach im Stiftungsrat ab, weil er das Verhältnis zu Polen nicht gefährden will. Denn die deutsche Regierung muss auf die Interessen Warschaus Rücksicht nehmen. In Polen wird Steinbach vorgehalten, dass sie 1991 im Bundestag gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Grenze zu Polen stimmte. Die Stifung “Flucht, Vertreibung, Versöhung” soll unter anderem in Berlin ein Dokumentationszentrum über Flucht und Vertreibung in Europa einrichten. In der Folge des Zweiten Weltkriegs wurden mehr als 15 Millionen Deutsche aus Mittel- und Osteuropa vertrieben.