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US-Geheimdienste in der Kritik

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US-Geheimdienste in der Kritik

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Umar Farouk Abdulmutallab ist es gelungen, durch das Netz der amerikanischen Sicherheits- und Geheimdienste zu schlüpfen, obwohl diese bereits seit Wochen über relevante Informationen verfügten. Diese Informationen stammten aus verschiedenen Quellen. Die Geheimdienste hatten den jungen Nigerianer somit bereits im Visier und wussten auch vor dem gescheiterten Attentat, dass der Al-Kaida-Zweig auf der arabischen Halbinsel die Absicht hatte, amerikanische Ziele anzugreifen.
Der US-Abhördienst “National Security Agency” NSA hatte ein entsprechendesTelefongespräch zwischen Al-Kaida-Anführern mitgehört. Daraus ging hervor, dass ein nicht näher bezeichneter Nigerianer ein Attentat ausführen könnte.
Die NSA teilte diese Erkenntnisse dem NCTC mit, dem Nationalen Zentrum zur Terrorismus-Abwehr.
Mitte November erfuhr die CIA, dass Abdulmutallabs Vater die US-Botschaft in Nigeria gebeten hatte, ihm zu helfen, seinen verschwundenen Sohn aufzusprüren. Die CIA gab biographische Angaben zu Abdulmatallab an das NCTC weiter.
Kurz darauf wandte sich auch das amerikanische Außenministerium an die NCTC – mit Informationen, die US-Diplomaten aus der Botschaft in Abuja übermittelt hatten. Doch die Beamten im Außenministerium in Washington sahen keinen Anlass, Abdulmutallabs Einreisevisum für die Vereinigten Staaten zu anullieren.
Auch das Büro des Nationalen Geheimdienst-Koordinators Dennis Blair hatte Erkenntnisse über die Absichten des Al-Kaida-Zweigs auf der arabischen Halbinsel gesammelt.
Und noch eine Erkenntnis: Abdulmutallab hatte den Sprengstoff PETN verwendet. Er war in seine Unterwäsche eingenäht. Einen ähnlichen Sprengstoff hatte der Selbstmordattentäter verwendet, der Ende August vergeblich versuchte, den saudi-arabischen Prinzen Mohammed bin Nayef zu töten, den Chef der Terrorabwehr des Landes. Das Weiße Haus war über die Verwendung dieses neuen Sprengstoffs durch al Kaida informiert worden.