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Die EU will gegen soziale Ausgrenzung vorgehen

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Die EU will gegen soziale Ausgrenzung vorgehen

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Gute Vorsätze auch in Brüssel, die europäische Kommission hat 2010 zum Aktionsjahr erklärt und will verstärkt gegen Armut und soziale Ausgrenzung vorgehen. Neben den 27 Mitgliedsstaaten der EU nehmen Island und Norwegen teil, sowie NGOs und Wohlfahrtsorganisationen. Es sollen vor allem diejenigen zu Wort kommen, die Armut täglich am eigenen Leib erfahren. Zwei Obdachlose aus der belgischen Haupstadt berichten:
“Ich hatte finanzielle Schwierigkeiten nach dem Tod meines Großvaters und dann bin ich auf der Straße gelandet.” Ein anderer erzählt: “All meine Verwandten sind gestorben. Ich bin völlig auf mich allein gestellt.”
Die Mitarbeiter einer belgischen Sozialorganisation sind jeden Abend in den Straßen von Brüssel unterwegs. Sie versorgen die Obdachlosen mit Essen und Decken. Nicolas Dermine hat täglich mit den Bedürftigen zu tun, in letzter Zeit ist ihm etwas aufgefallen: “Durch die Krise hat bei den Obdachlosen einiges verändert. Aber vielleicht fing das auch schon vorher an. Heute treffen wir bei unseren Einsätzen viel mehr Menschen aus Frankreich, Spanien und Holland als früher.”
Rund 80 Millionen EU-Bürger sind von Armut betroffen, 19 Millionen von ihnen sind Kinder. Als eine Folge der Armut werden sie oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Die Organisation “ATD Vierte Welt” engagiert sich für Menschen in Not seit mehr als fünfzig Jahren. Einer ihrer Mitarbeiter, der Franzose Régis de Muylder zieht Bilanz:
“Mehr als noch vor zehn Jahren, haben die Menschen, die heute in Armut leben nur schwer Zugang zu den Grundrechten, sei es eine Unterkunft, Bildung oder medizinische Versorgung.”
Mit dem Aktionsjahr will Brüssel auch das öffentliche Bewusstsein für die Risiken sozialer Ausgrenzung stärken. Die britische Organisation Oxfam, fordert drastische und sofortige Massnahmen, da sonst die Bemühungen der letzten zehn Jahre umsonst gewesen sein.