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Islands Icesave-Rückzahlungen fraglich

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Islands Icesave-Rückzahlungen fraglich

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Island macht sich bei seinen Gläubigern noch unbeliebter: Eine Petition hat Staatspräsident Ólafur Grímsson veranlasst, die vereinbarte Schuldenrückzahlung auszusetzen und die Isländer in einer Volksabstimmung entscheiden zu lassen.

Es geht um insgesamt knapp vier Milliarden Euro, zu zahlen über fünfzehn Jahre: Eine stattliche Summe – etwa vierzig Prozent dessen, was das ganze Land in einem Jahr erwirtschaftet.

Islands Banken hatten über Jahre heftig spekuliert und Sparer auch aus dem Ausland mit hohen Zinsen gelockt. In der Krise brach alles zusammen, die Banken ebenso wie die Geldanlagen.

Die meisten Kunden waren Briten und Niederländer. Erst auf großen Druck kam eine Einigung über die Entschädigung dieser Sparer zustande. Islands Parlament stimmte zu, der Präsident verweigerte jetzt aber die Unterschrift: Das Referendum ist die Folge.

Enttäuschend und nicht hinnehmbar nennt das Wouter Bos, der niederländische Finanzminister. Man sei in den Verhandlungen sehr nachgiebig gewesen, habe niedrige Zinsen und lange Zeiträume angeboten. Man wisse ja, dass man wegen der Wirtschaftslage nicht zuviel verlangen könne. Island dürfe aber nicht erwarten, dass niederländische Steuerzahler für das Versagen seiner Banken und seiner Aufsicht aufkämen.

Für dieses Versagen steht vor allem der Begriff Icesave: Auf den Konten dieser Internetbank legten viele Ausländer ihr Geld an.

Sehen sie dieses Geld nicht wieder, muss Island mit schweren Folgen rechnen. Der Internationale Währungsfonds werde sich das ansehen, meint der zuständige britische Vertreter Paul Myners; und ohne eine zufriedenstellende Lösung müsse sich damit auch Europa befassen.

Unter den Isländern scheint eine Ablehnung der Schuldentilgung im Fall Icesave sicher. Auf Hilfe von außen könnte Island dann aber seinerseits kaum noch zählen, und auch der mittlerweile angestrebte EU-Beitritt hätte sich erledigt.