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Obama geht mit Geheimdiensten ins Gericht

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Obama geht mit Geheimdiensten ins Gericht

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Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat US-Präsident Barack Obama die Geheimdienste kritisiert. Nach einem Treffen mit den Chefs der rund zwanzig Geheim- und Sicherheitsdienste sowie Beratern sagte Obama, wenn ein mutmaßlicher Terrorist zu Weihnachten ein Flugzeug besteigen könne, dann habe das System auf katastrophale Weise versagt. Personelle Konsequenzen zog der US-Präsident wenigstens vorerst nicht.

“Der Fehler lag nicht bei der Beschaffung der Informationen, sondern darin, sie zu interpretieren und weiterzugeben”, sagte Obama. “Wir hatten die Informationen, sie waren unseren Experten bekannt, und diese Experten sind eigentlich dafür ausgebildet, sie zu beurteilen und sie zu verknüpfen. Ich sehe ein, dass die Geheimdienste nicht perfekt sein können, aber es wird immer klarer, dass die Informationen nicht ausreichend analysiert und nicht richtig bewertet wurden. Das ist inakzeptabel und ich werde das nicht hinnehmen.”

Am ersten Weihnachtstag hatte ein Nigerianer versucht, eine US-Passagiermaschine beim Anflug auf Detroit zu sprengen. Dabei stand sein Name bereits auf einer Beobachtungsliste und sein Vater hatte die US-Botschaft in Nigeria mehrmals vor der islamistischen Radikalisierung seines Sohnes gewarnt.

Nun will Obama den Informationsaustausch zwischen den Geheimdiensten verbessern. Zudem sollen die so genannten “Roten Listen” für Terrorverdächtige überprüft und überarbeitet werden. Die Sicherheitskontrollen an US-Flughäfen wurden bereits verschärft. Reisende müssen sich unter anderem auf stichprobenartige Untersuchungen ihres Handgepäcks gefasst machen.