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Ägypten: Koptische Christen nach Messe erschossen

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Ägypten: Koptische Christen nach Messe erschossen

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Vor einer Kirche in Oberägypten sind nach einer Weihnachtsmesse sechs koptische Christen und ein muslimischer Wachmann erschossen worden. Drei Männer eröffneten aus einem vorbeifahrenden Auto das Feuer auf Gläubige vor der Kirche – dabei wurden neun Menschen verletzt.

In der oberägyptischen Provinz in der Nähe von Luxor kommt es seit dem vergangenen November immer wieder zu Übergriffen auf Christen. Damals war ein junger Kopte festgenommen worden, der ein muslimisches Mädchen vergewaltigt haben soll.

Bischof Anba Kirollos von der oberägyptischen Diözese Nag Hammadi (Provinz Kena) hatte deshalb die Messe zum orthodoxen Weihnachtsfest vorverlegt. Er vermutet, dass die Schüsse eigentlich ihm galten.

Nach der Attacke kam es zu gewaltsamen
Zusammenstößen zwischen wütenden Christen und der Polizei.

Rund zehn Prozent der Ägypter sind christliche Kopten. Sie klagen über eine Zunahme staatlicher Diskriminierung und gewalttätiger Angriffe.

Im Januar 2000 hatten Muslime in der oberägyptischen Ortschaft Al-Koscheh nach einem Streit 21 koptische Christen getötet. In Oberägypten hatten islamistische Terroristen in den 90er Jahren Jagd auf Christen gemacht. Die
Ausschreitungen entzünden sich häufig am Kirchenbau “ohne Erlaubnis” und an gemischt-konfessionellen Liebesbeziehungen und Lebensgemeinschaften.