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EU-Experten beraten über Nacktscanner

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EU-Experten beraten über Nacktscanner

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Nach dem verhinderten Terroranschlag vom ersten Weihnachtsfeiertag, haben Grossbritannien und die Niederlande beschlossen Nacktscanner einzuführen. Deutschland wartet noch auf eine verbesserte Scannerversion, die für den Sommer angekündigt ist. Der Verkehrs-Kommissar Antonio Tajani fordert eine europaweite Regelung:
“Es wäre besser die Sache auf EU Ebene zu entscheiden, statt es den Mitgliedsländern zu überlassen, ob sie sich mit Ganzkörperscannern ausrüsten oder nicht, was momentan der Fall ist.”
Das Gerät durchleuchtet einen bis auf die Haut – zum Vorschein kommen versteckte Waffen, aber auch Genitalien oder Prothesen. Kritiker fürchten eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte.
Der Anwalt Olivier Proust der Kanzlei Hunton & Williams empfiehlt folgendes:
“Bei dem Einsatz von Ganzkörperscannern sollten zusätzliche Sicherheitsregeln eingeführt werden, um sicher zu gehen, dass die Daten, die aufgenommenen Bilder, nicht illegal veröffentlicht werden. Diese Bilder müssen vertraulich behandelt werden.”
Vor einem Jahr war die Einführung von Nacktscannern gescheitert, unter dem Druck von europäischen Abgeordneten, die auch gesundheitliche Bedenken äußerten. Karina de Beule von der belgischen Agentur für Anlage- und Reaktor Sicherheit hält die Geräte indes für ungefährlich:
“Jemand, der in einem Jahr 2000 Mal von einem Ganzkörperscanner durchleuchtet wird, ist einer Bestrahlung von rund einem Millisievert ausgesetzt. Die durchschnittliche Strahlenbelastung beträgt 4,5 Millisievert pro Jahr, sie entsteht durch natürliche kosmische Strahlung, und Strahlen, die in Medizin und Industrie eingesetzt werden.”
Die EU-Kommission führt Gespräche mit Flugsicherheitsexperten. Doch solange es keine europaweite Regelung gibt, steht es jedem Land frei, sich für oder gegen die Einführung der umstrittenen Nacktscanner zu entscheiden.