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Spuren von Detroit führen in den Jemen

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Spuren von Detroit führen in den Jemen

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Der am ersten Weihnachtstag in Detroit vereitelte Terroranschlag wird voraussichtlich mit lebenslanger Haft geahndet. In dem Flugzeug der Gesellschaft Delta/Northwest befanden sich fast 300 Menschen. Das bedeutet in ebenso vielen Fällen versuchter Mord. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab ist angeklagt worden und muss sich in sechs Punkten vor einem Gericht in Detroit verantworten. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest, doch die erste Anhörung soll an diesem Freitag stattfinden. Die jemenitischen Behörden bestätigten, dass der 23-jährige Nigerianer unter anderem mit dem radikalen islamischen Geistlichen Anwar al-Awiaki zusammenkam. Auch soll der Angeklagte in London von al-Qaida angeworben worden sein. Der jemenitische Vize-Ministerpräsident für Sicherheit und Verteidigung sagte bei einer Pressekonferenz in Sanaa, an den derzeitigen Militäraktionen seien ausschließlich die eigenen Truppen beteiligt. Informationen und technische Unterstützung kämen auch von anderen Staten. Gemeint sind damit vermutlich vor allem die USA. Washington muss handeln, und zwar rasch. Für Expertem ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass das Terrornetzwerk al-Qaida im Jemen fast ungehindert agieren kann. Seit Tagen geht die Armee in mehreren Provinzen massiv gegen radikal-islamische Rebellen vor. Kritiker merken an, die westlichen Regierungen hätten den Aufstieg des Terrorismus in dem südarabischen Land verschlafen.