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Kroatien wählt - Modernisierer oder Saubermann als Präsident

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Kroatien wählt - Modernisierer oder Saubermann als Präsident

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Am Sonntag wählen die Kroaten einen neuen Präsidenten. Im zweiten, entscheidenden Wahlgang gilt der Sozialdemokrat Ivo Josipovic als aussichtsreicherer Kandidat. Er hatte vor zwei Wochen den ersten Wahlgang klar gewonnen. Sein wichtigstes Credo: Weniger Korruption.

Josipovic hat auch die Unterstützung vom bisherigen Staatspräsidenten Stipe Mesic, der nach zwei Amtsperioden gemäß der Verfassung nicht erneut kandidieren darf.

Der unabhängige Gegenkandidat Milan Bandic kommt nach Umfragen auf rund 40 Prozent. Der Zagreber Bürgermeister hat die Stadt modernisiert, wird aber mit einer Reihe von Skandalen und Affären in Zusammenhang gebracht.

Die 4,5 Millionen Kroaten erhoffen vom neuen Staatsoberhaupt, einer vor allem moralischen Instanz, mehr politische und wirtschaftliche Stabilität.

Ein Verkäufer auf einem Markt: “Was zählt, sind allem Jobs, um unser Leben zu finanzieren. All das andere Gerede über dies und das hat für uns kleine Leute null Bedeutung.”

16 % der Kroaten sind arbeitslos – für Aufbruchstimmung sorgt vor allem der angestrebte EU-Beitritt. Die zerrissene konservative Regierungspartei ist in der Stichwahl nicht vertreten.

Der Ausgang der Stichwahl dürfte auch vom Wetter abhängen. In der ersten Runde hatten nur 44
Prozent der Wähler ihre Stimme abgegeben.